Back to top

Schmuddelwetter erlaubt!

Eigentlich ist es ja Sommer - habe ich gehört. Von Sommertemperaturen merke ich jedoch wenig - Regen, 15 Grad und Wind. Brrr. Normalerweise stört es mich nicht, wenn die große Hitze ausbleibt, es ist sowieso immer viel zu trocken und da hilft jeder Regentropfen. Auch als Wasserquelle für die Tiere ist er wichtig. Wenn man jedoch Tiere entdecken möchte, ist starker Regen nicht gerade förderlich. Also sage ich mal wieder meinen Outdoor - Termin ab und ärgere mich im Nachhinein darüber, wenn es gar nicht so schlimm regnet und die Wettervorhersage falsch lag.

Denn Schmuddelwetter ist beim Tiere beobachten ja erlaubt.

Eine meiner kleinen Spielgruppenbesucher hat mir letztens geraten, mir doch einfach mal ein paar Gummistiefel und einen Regenmantel zu kaufen, dann könnte ich auch bei Regen hinausgehen. Bei dieser Aussage musste ich lachen und prinzipiell stehe ich auch voll hinter dem Spruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Wenn man aber eigentlich hinausgeht, um Tiere zu beobachten und zu entdecken, ist Regen immer so eine Sache.

In Kinderbüchern sehen Tiere in ihren Regengewändern immer total putzig aus, aber im wahren Leben, bringt sich eine Ameise so schnell wie möglich in Sicherheit, bevor ein riesiger Wassertropfen sie erwischt. Auch wenn es in Borneo eine Ameisenart gibt, die sogar tauchen kann, ist Regen für unsere heimischen Tiere nicht sehr reizvoll.

Anders sieht es nach einem Regen aus oder wenn es einfach nur feucht und kalt ist., hier kommen Tiere zum Vorschein, die man sonst nicht so leicht sieht.

Regenwürmer zum Beispiel, kann man nach einem Regenschauer nicht übersehen, auch wenn sie nicht freiwillig aus ihren Gängen kommen. Die Wissenschaft ist sich noch nicht ganz einig, warum sie bei Regen aus der Erde kommen, da sie eigentlich über die Haut atmen und so auch Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen können. Eine Studie besagt, dass die Tropfen die auf den Boden fallen, sich ähnlich anhören, wie ein grabender Maulwurf und sie deshalb aus ihren Gängen fliehen.

Schnecken mögen Regenwetter prinzipiell auch gerne, weil sie natürlich, wenn es feucht ist besser vorankommen und somit aktiver sind. Aber den direkten Regen auf ihren filigranen Fühlern finden sie dann auch wieder nicht toll, weshalb man auch diese Tiere eher nach einem Regen antrifft.

Sogar Fische sind nach einem Regenguss aktiver, da durch den Regen mehr Sauerstoff im Wasser ist und der Wind das Wasser gut durchschüttelt und somit Nahrung aufgeschwemmt wird.

Es kommt also immer darauf an, ob es sich um Starkregen oder einfaches Schmuddelwetter handelt. Ist es nur kalt und feucht, sind das gute Bedingungen, um sich warm angezogen auf die Lauer zu legen.

Regnet es in Strömen, mache ich es wie die Tiere und suche mir einen warmen Unterschlupf.