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Freie Begegnungen

Ein kurzer Blick. Warten. Ruhig atmen. Es setzt sich in Bewegung. Jetzt nur keinen Schritt machen. Es kommt näher. Die Hirschkuh schnüffelt an seiner Hand. Wieder ein kurzer Augenkontakt. Dann geht es nah an ihm vorbei, zurück zu seiner Herde und legt sich in den Schatten. Ich sehe ihm nach und habe ein wohliges Gefühl. Ich sehe in die Augen des Jungen der gerade diese Begegnung erleben durfte und sehe ein Glitzern.

So etwas nennt man eine freie Begegnung. Eine Begegnung die in der Natur stattfindet und bei der sich Mensch und Tier aus freien Stücken annähern, aber auch jederzeit zurückziehen können. In diesem Fall befanden wir uns zwar in einem Wildpark, sprich das Wild ist an Menschen gewöhnt, jedoch waren wir in einem riesigen Areal und besagte Hirschkuh hätte, wie die gesamte Herde, auf Abstand gehen können.

Treffen Mensch und Tier in so einem Rahmen aufeinander, ist es etwas ganz Besonderes. Das Tier sucht sich den Menschen aus und der Mensch versucht sich bewusst in das Tier hineinzuversetzen. Natürlich verspüren wir auch den Drang Tiere, die sich annähern, zu berühren. Aber gerade bei wilden Tieren sind wir achtsamer und geduldiger. Etwas, das wir auch bei unseren Haustieren immer berücksichtigen sollten. Geduld. Nicht jedes Tier möchte angefasst werden und nicht immer sollte das auch das Ziel sein. Die Beobachtung von Bewegungen und die Präsenz der Tiere genügen, um uns wohlzufühlen.

Ich weiß noch, dass wir an diesem Tag lange bei dem Wild blieben und es beobachteten, weil die Magie dieser Begegnung einfach nicht enden sollte.